09 Apr

Erfolgreiche erste Jugendsession

Lebendige Gruppendiskussionen, Spaghetti-Plausch am Mittag und interessante Debatten im Plenum: Das war die erste Jugendsession des Jugendparlaments Kanton Schwyz.

Voller Energie und gutgelaunt fanden sich am vergangenen Mittwochmorgen 43 Jugendliche aus dem ganzen Kanton im Rathaus am Hauptplatz in Schwyz ein. Nach einer ersten kleinen Stärkung in Form eines Gipfelis, eines Apfels oder eines Getränks nahmen die jungen Erwachsenen im grosszügigen Kantonratssaal Platz und wurden von dem dreiköpfigen Präsidium des Jugendparlaments Kanton Schwyz begrüsst. Sandra Achermann, Dominik Blunschy und Stefan Imhof informierten anschliessend über den bevorstehenden Tag und erklärten die einzelnen Etappen bei der Erarbeitung der Gruppenthemen.

„Das ist der wichtigste Tag seit unserer Gründung im September 2014“, stellt Virginia Wyss, Mediensprecherin des Jugendparlaments, klar, „heute müssen wir die Jugendlichen davon überzeugen, dass der ganztägige Anlass eine  tolle Sache und super Chance für sie ist.“ Den Hauptakteuren des Tages, den Jugendlichen des Kantons Schwyz, schien dies schon durchaus klar gewesen zu sein. Jede Gruppe, die jeweils ein eigenes Thema erarbeiten und am Nachmittag den anderen präsentieren sollte, zog sich in ihren Raum zurück. Die Gruppenleiter, die mehrheitlich aus Vorstandsmitgliedern des Jugendparlaments Kanton Schwyz bestanden, eröffneten die Arbeit mit einem Handout und einer ersten Information über die Thematik. Was darauf folgte zeigt, wie wichtig das Jugendparlament Kanton Schwyz ist

Differenzierte Argumentation und konzentrierte Mitarbeit

„Es ist unglaublich toll zu sehen, wie gut die Jugendlichen argumentieren. Auch die jüngsten aller Teilnehmer, die um die 12 Jahre alt sind, setzten sich durch und sagen ihre Meinungen ganz klar“, freut sich Nadja Landolt, die an der Jugendsession eine Gruppe mitleitete und sich im Vorstand des Jugendparlaments Kanton Schwyz um die Finanzen kümmert. Dies repräsentiert das Feedback aller GruppenleiterInnen: Die Jugendlichen waren konzentriert, interessiert und engagiert, genau das, was die Schwyzer Politik in Zukunft braucht. Dieses erste Fazit der Veranstalter und auch das der teilnehmenden Jugendlichen weist ganz klar darauf hin, wie dringend nötig der politische Austausch der jungen Erwachsenen gefördert werden muss.

Beschlussfassung mit zum Teil hitzigen Diskussionen

Nach dem Spaghetti-Plausch im Hirschen in Schwyz ging es darum, dass die Jugendlichen ihre Arbeit vom Morgen den anderen im Kantonratssaal präsentieren. Jede der vier Gruppen stellte eine nach der anderen ihre Flipcharts auf und erklärte einerseits, um was es bei ihrem Thema geht, wo sie die Probleme sehen und wie man diese mit einer klaren Forderung lösen könnte. Nach den Vorträgen konnten im Plenum Fragen gestellt werden, was zu kleineren Debatten unter den Jugendlichen führte. Denn man merkte gut, dass die emotionale Verbindung zur geleisteten Arbeit vom Morgen bei allen vorhanden war und deshalb die Gemüter auch mal hochkochten. Doch nichtsdestotrotz konnten am Ende alle Gruppen ihre Sessionskolleginnen und Sessionskollegen überzeugen und so stellt das Jugendparlament als Sprachrohr der Jugendlichen im Kanton Schwyz folgende Forderungen:

  1. Öffentlicher Verkehr und öffentliche Freiräume

Diese Gruppe fand, dass es nötig ist für beide Themen eine Arbeitsgruppe zu gründen, welche die Lösungsfindung auf diesen Gebieten vorantreibt. Denn die Probleme seien sehr vielfältig gewesen, so dass man nicht an einem Morgen eine konkrete Forderung stellen könne. Dieser Antrag wurde vom Jugendparlament angenommen.

  1. Bildung

Bereits vorhandene Schulfächer wie Lebenskunde und Klassen-Lehrer-Stunden sollen in Zukunft besser genutzt werden. Die Jugendlichen der Gruppe forderten u.a. die Beschäftigung mit dem alltäglichen Leben (Steuererklärung, Basics in Erste Hilfe) und Grundkenntnisse in Wirtschaft und Recht. Auch die politische Partizipation soll in der Schule gefördert werden. Auch diese Forderung wurde vom Jugendparlament Kanton Schwyz angenommen.

Legalisierung von Cannabis

Bei diesem Thema gab es eine Forderung der Gruppe als Einheit sowie einen Gegenvorschlag eines einzelnen Gruppenmitglieds. Erstere bestand aus einem Gesetzesartikel, den die Jugendlichen ausgearbeitet hatten:

Legalisierung von Cannabis

  • Kauf von max. Menge (10g) / Tag soll ab 18 Jahre gestattet sein.
  • Der Staat kann auf legal verkauftem Cannabis Steuern erheben.
  • Steuereinnahmen können in Prävention fliessen.
  • Der Anbau von Cannabis ist nur mit einer staatlichen Lizenz möglich. Der private Anbau ist weiterhin illegal.
  • Erst nach 48 Stunden sollte das Teilnehmen am Verkehr wieder gestattet sein.

Der Gegenvorschlag unterschied sich minim von den obigen Forderungen, so sollte das Autofahren beispielsweise schon nach 24 Stunden wieder erlaubt sein. Am Ende siegte aber in der finalen Abstimmung der Gruppenvorschlag.

  1. Future Families

Diese Gruppe setzte sich für die Gleichberechtigung von hetero- und homosexuellen Paaren ein. Dies betraf alle Belangen, die in der Schweiz noch ungleich vorhanden sind, wie zum Beispiel das Adoptionswesen oder dass heterosexuelle Paare nicht in einer eingetragenen Partnerschaft leben dürfen. Dieser klare Forderung mit enormen Inhalt kam bei den Jugendlichen gut an: Einstimmig nahm das Jugendparlament den Vorschlag an.

Wie geht es nun weiter?

Somit hatte das Jugendparlament an der ersten Jugendsession klare Forderungen an den Kanton oder auch an den Bund gestellt. Die Anliegen der Jugendlichen werden in einem ersten Schritt vom Vorstand geprüft und es wird diskutiert werden, wie man die Vorlagen bestmöglich umsetzten könnte. Fakt ist aber, dass sich der Vorstand mit allen Mitteln den gestellten Forderungen annehmen wird und versucht, sie auf politischem Wege umzusetzen. Fürs erste kann aber die Jugendsession 2015 im Kanton Schwyz als voller Erfolg verbucht werden.

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© Jugendparlament Kanton Schwyz