21 Apr

Integrationsförderung, Beizenbatzen und Minergie-P-Standard

Eine prächtige Morgenstimmung hiess die Teilnehmenden der diesjährigen Jugendsession im Rathaus in Schwyz willkommen. Nach anfänglicher Stärkung mit frischen Gipfeli konnte die zweite kantonale Jugendsession im Kantonsratssaal von Schwyz offiziell eröffnet werden. Sascha Eng, Mitglied des zehnköpfigen Vorstandes, begrüsste die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, stellte das Jugendparlament Kanton Schwyz vor und fasste kurz die Ergebnisse der letztjährigen Session zusammen. Doch spätestens nach dieser Einführung standen die Ideen der Schwyzer Jugendlichen im Mittelpunkt. Zusammen mit zwei Vorstandsmitgliedern sollten die rund 35 JugendparlamentarierInnen in vier Gruppen konkrete Forderung formulieren, welche am Schluss den anderen Jugendlichen präsentiert werden kann. Aufgrund dieser Präsentationen konnte das Jugendparlament am Schluss für oder gegen die entsprechende Forderung stimmen.

Produktive Gruppenphase

Nachdem sich die Gruppen in ihre vier Räumlichkeiten zurückgezogen hatten, konnte die Arbeit beginnen. Die vier Themen (Migration, Asylpolitik, Beizenkultur und Umweltpolitik) boten alle reichlich Zündstoff und Diskussionsgrundlagen. Entsprechend schnell verging der Morgen und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer stärken sich am Spaghettiplausch für den Nachmittag.

Anschliessend stellte jede Gruppe ihr Thema sowie die Forderung dem Jugendparlament vor. Den Anfang machte die Gruppe „Migration“, welche gar einen breiten Forderungskatalog präsentierte. Die Jugendlichen beschäftigten sich besonders mit wirtschaftlicher Migration und forderten:

  • Steuervorteile für Start-Ups
  • Infrastruktur und vergünstigte Bodenpreise in Industriezonen
  • Aktive Anwerbung von Unternehmen
  • Reduzierung von Bürokratie, Gebühren und Abgaben

Danach stellte die zweite Gruppe aus dem Themenbereich „Asylpolitik“ ihre Forderung vor. Konkret forderten die Jugendlichen, dass der Kanton den Kontakt zwischen Asylsuchenden und den Jugendlichen herstellt und diesen, wo er schon vorhanden ist, begünstigt und fördert. Dies solle im Idealfall zu einer Integration der Asylsuchenden in die Schwyzer Gesellschaft ermöglichen. Die emotionsgeladene Diskussion der Jugendlichen deutete bereits auf ein spannendes Ergebnis der später folgenden Abstimmungen hin.

Die Gruppe „Beizenkultur“ stellte sowohl eine Forderung, als auch eine zusätzliche Idee vor. Anna Reichmuth, Mitinhaberin des „Gaswerks“ in Seewen hatte der Gruppe am Morgen Inputs gegeben und sie über die Verhältnisse im Schwyzer Gastgewerbe informiert. Um viele dieser Hürden für Beizenbesitzer zu beheben, sprachen sich die Jungparlamentarierinnen und Jungparlamentarier für einen sogenannten „Beizen Batzen“ aus. Damit soll der Kanton Schwyz die Vielfalt der Beizenlandschaft fördern und innovative Wirte belohnen. Zusätzlich sprachen sich die Jugendlichen für einen Event mit dem Namen „Beizen Wanderung“ aus, der die Wiederbelebung aller Schwyzer Beizen dienen soll.

Schliesslich stellten die jungen Schwyzer NachwuchspolitikerInnen der Gruppe „Umwelt“ die letzte Forderung des Tages vor. Neu- und Umbauten im Eigentum von Kanton, Bezirk und Gemeinden sollen in Zukunft im MINERGIE®-P-Standard realisiert werden. Mit dieser Investition in die Zukunft leistet der Kanton einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Schwyzer Energiepolitik.

 

Die Ergebnisse

Die Vorlage der ersten Gruppe wurde mit 8 zu 12 Stimmen abgelehnt (12 Enthaltungen). Das Integrationsprojekt der zweiten Gruppe hingegen wurde mit 21 zu 10 Stimmen angenommen (2 Enthaltungen). Auch die Idee mit dem „Beizen Batzen“ schien die Jugendlichen überzeugt zu haben: Mit 20 zu 8 Stimmen wurde sie deutlich angenommen (5 Enthaltungen) und auch die „Beizen Wanderung“ wurde mit 26 zu 0 Stimmen (6 Enthaltungen) für gut befunden. Auch die letzte Abstimmung fiel deutlich zu Gunsten der Forderung aus: 20 Jugendliche erhoben die Hand für das umweltfreundliche Bauen (9 Nein-Stimmen; 4 Enthaltungen).

 

„Interessiert euch jetzt!“

Die angenommenen Forderungen konnten am Schluss direkt an Adrian Oberlin, Kantonsratspräsident, übergeben werden. „Ich werde eure Punkte im Kantonsrat ansprechen“, versprach der Politiker. Auch lobte er die Jugendlichen für ihr Engagement und ermutigte sie, in der Politik weiterhin Erfahrungen zu sammeln: „Ich habe mich erst mit 24 Jahren richtig dafür interessiert. Aber ich sage euch: Interessiert euch jetzt!“.

Mit diesem letzten Votum ging ein spannender Tag zu Ende. Sascha Eng entliess die Jugendlichen in den wohlverdienten Feierabend und der Vorstand des Jugendparlaments Kanton Schwyz zog ein positives Resümee. Es wurde einiges besser gemacht als letztes Jahr. Die ganze Session war strukturierter, was massiv zur Konzentration der Jugendlichen beigetragen hat. Dennoch wird sich der Vorstand jetzt zusammensetzten und den Anlass analysieren, damit er den jungen Schwyzerinnen und Schwyzern nächstes Jahr noch mehr bieten kann. Und natürlich wird er an den Forderungen dranbleiben,

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© Jugendparlament Kanton Schwyz