19 Jun

Interpellation gegen Cyber-Mobbing

Die vergangene Jugendsession im April 2017 hat einmal mehr gezeigt, dass sich die Schwyzer Jugendlichen in ihrem Kanton einbringen wollen. Nun liegt es am Kanton, dieses Engagement seinerseits ernst zu nehmen.

Einen ganzen Tag lang diskutierten Jugendliche aus dem Kanton Schwyz im Kantonsratssaal über verschiedene Sachthemen. Es galt, Forderungen vorzustellen, darüber zu sprechen und schliesslich abzustimmen, ob das Postulat verfolgt werden soll. Neben Themen aus kantonaler Bildung und Europapolitik erarbeitete eine Gruppe von Jugendlichen folgende Forderung:

„Jugendpräventionstage sollen die Thematik Cyber-Mobbing auf eine praktische Art und Weise (z.B. Workshops, Fallbeispiele – auf keinen Fall Frontalvorträge) ergänzend aufgreifen. Dies soll ab der 6. Primarstufe umgesetzt werden.“

Die Hauptproblematik sahen die jungen Schwyzerinnen und Schwyzer vor allem bei der Vermittlungsart. In vielen Schulen werde zwar auf das Vorkommen und den Umgang mit Cyber-Mobbing hingewiesen, doch geschehe dies sehr oft nur mittels Vorträgen. Dazu komme, dass die Problematik vielfach nur im Rahmen von anderen Themen präventiv angeschnitten werde, so zum Beispiel wenn es allgemein um das Ausgrenzen von anderen Schülerinnen und Schülern gehe.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jugendsession 2017 waren sich einig: Diesbezüglich muss mehr Präventivarbeit geleistet werden. Interaktiv sollen junge Menschen im Kanton lernen, wie sie auf Cyber-Mobbing reagieren sollen und selber erfahren, wo persönliche Grenzen liegen. Oftmals fehlt schlicht das Bewusstsein, dass die eigenen Umgangsformen das Gegenüber verletzten könnten – auch online. Würde man diese Erfahrung jedoch durch interaktive Fallbeispiele selber erleben, würde dies die empathischen Fähigkeiten ausbilden und fördern.

Dieser Meinung war auch Vizekantonsratspräsidentin Karin Schwiter. Sie besuchte als Vertreterin des Kantons Schwyz  die Jugendsession und verfasste daraufhin in Zusammenarbeit mit dem Jugendparlament Kanton Schwyz eine Interpellation an den Regierungsrat. Dabei geht es vor allem darum zu klären, was für Angebote der Kanton bereits anbietet, um Jugendliche präventiv im Umgang mit Cyber-Mobbing auszubilden. Zudem müsste geklärt werden, ob das Angebot im Kanton einheitlich und breit genug gestaltet ist, um alle Jugendlichen zu erreichen.

Der Vorstand des Jugendparlaments Kanton Schwyz dankt an dieser Stelle Karin Schwiter für ihren Einsatz und hofft, dass der Kantonsrat die Anliegen seiner zukünftigen Wählerinnen und Wähler ernst nimmt.

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© Jugendparlament Kanton Schwyz